Nextcloud Hosting


#1

dass scheint ja deiner Ansicht nach recht großzügig zu sein mich dann
doch noch in deine Entscheidungsfindung mit einzubeziehen, oder was
soll das Fragezeichen in Klammern in deinem ersten Satz bedeuten?

Das war als Frage an dich gemeint, ob du gemeinsam einen Vorschlag für die Koordination entwickeln möchtest.

Wieso schreibst du diese Nachricht privat an mich und benutzt dafür
nicht das discourse um wenigsten zu versuchen eine Meinung der
restlichen an der Webcrew interessierten einzuholen?

Wie schon per Mail gesagt: Dein Wunsch nach Transparenz kommt erst, wenn es um ein potentielles Nein zu Ecobytes geht, was ich etwas komisch finde. Davor war dir das Thema scheinbar auch nicht wichtig genug für die Web Crew. Ich spiele daher den Ball mal zurück, den du mir bzgl. viios vor kurzem zugespielt hattest: besteht vllt. bei dir ein Interessenskonflikt, dass du das Netzwerk unbedingt zu Ecobytes ziehen möchtest?

Wäre es
nicht einfach nur menschlich wenn du in der Matrix wenigstens auf die
Reaktion des schnellen Rückziehers deines Einstiegs in Ecobytes geachtet
hättest? Du hast damit Jon und Gualter ganz schön vor den Kopf
gestossen.

Das mache ich schon noch, keine Bange. Ich hatte nur noch keine Zeit dafür. Und natürlich tut es mir leid, nun wieder aus Ecobytes draußen zu sein, da ich die Idee gerne unterstützt hätte. Aber wie ich euch geschrieben habe: ich habe scheinbar einfach zu unterschiedliche Ansichten zu euren, das kostet mich zuviel Energie. Außerdem habe ich einfach viel zu wenig Zeit, um mich wirklich aktiv und konstruktiv an der Entwicklung von Ecobytes zu beteiligen.

Diese Email-Kommunikation hinter quasi geschlossenen Türen auf diesem
Niveau wirkt auf mich intrigant und demotivierend. Ich hab mal
wenigstens noch die info@ecobytes.net Adresse in den CC genommen um das

Ich denke, du kennst mich gut genug um zu wissen, dass ich kein intrigantes Arschloch bin. Warum sollte ich intrigieren? Was würde mir das bringen? Ich habe das Thema lediglich per Mail besprochen, da ich dachte, dass wir beide die Aktivsten ITler des Netzwerks sind und es ausreicht, wenn wir das Thema besprechen. Und wie gesagt, bis es um ein Nein zu Ecobytes ging schien das für dich ja auch i.O. zu sein.

Mir geht es um eine gute Infrastruktur für das Netzwerk, um mehr nicht. Ich möchte guten Gewissens sagen können “wir ziehen die Daten der Mitglieder und des Netzwerks dorthin weil wir denen vertrauen können weil die machen dies und das …” Dies sehe ich bei Ecobytes derzeit nicht, was nicht heißen soll, dass es die niemals geben wird. Und sobald diese Verlässlichkeit da ist sehe ich auch kein Problem darin, zu EB zu ziehen.

Wenn in der groß geplanten neuen Organisationsstruktur so klüngelhaft
Entscheidungen getroffen werden sollen ist wohl kein Platz für mich in
der Organisation. Wir sollten uns an der “default-to-open” Idee der
OpenOrganisation Bewegung orientieren. Das Festhalten an
intransparenten Entscheidungsstrukturen ist einfach nicht mehr
zeitgemäß.

Da kann ich sicherlich dazulernen, ja. Und wenn wir erst mal ein offenes Forum haben und von den Mailinglisten weg sind wird das auch mehr gegeben sein. Trotzdem wird es immer auch Konversationen von Person zu Person geben, du schreibst ja sicherlich auch noch E-Mails …

Was meinst du mit Missverständnis bzgl. Backup-Verantwortlichkeit? Ich
habe von Anfang dafür Verantwortlich gezeigt. Ich habe den Service
eingerichtet, also bin ich auch dafür verantwortlich dass er läuft und
die Daten sicher sind. Dass diese Maxime bei den anderen Services von
ecobytes diskutiert wird hat ja jetzt erstmal nichts mit den von mir
verwalteten Services zu tun.

Ich habe nichts zum Backup gesagt – ich fands cool, dass du dich klar verantwortlich gezeigt hast. Mir ging es um das Thema Sicherheit.

Ecobytes versteht sich als Kollektiv. Natürlich reagiert Jon gereizt
wenn man ihn direkt darauf anspricht ob er für die Sicherheit von
ecobytes verantwortlich sei. Wir haben nicht den einen
Hauptverantwortlichen für “Sicherheit”(ein sehr schwammiger Begriff
übringens). Er ist dafür genauso verantwortlich wie jeder andere dort
aktive.

Genau deshalb bin ich nun bei EB ausgestiegen, da ich mit dieser “alle sind für alles verantwortlich, aber keiner so richtig” nicht klarkomme. Für MICH PERSÖNLICH funktioniert dieser Ansatz nicht.

Kollektiv ok, aber innerhalb des Kollektivs sollte meiner Ansicht nach halbwegs klar geregelt sein, wer was macht sonst kommt es genau zu solchen Situationen, dass Server abschmieren und nicht wiederhergestellt werden können, das Mitgliederverwaltung brach liegt, dass Zugangsregelungen nicht geklärt sind, das Datenschutz nicht eingehalten wird etc. pp.

Falls du menschlich mit ihm gesprochen hättest, hättest du
vielleicht gemerkt dass ihm die Hitze ganz schön zu schaffen gemacht
hat neben seinem Umzug raus aus der Stadt und auch neben einer Hardcore
Arbeitswoche in dem er angefangen hat die bei dem am letzten
Arbeitswochenende besprochenen Stabilitäts- und
Sicherheitsverbesserungen mittels Ansible durchzuführen.
Es ist eine bisschen gemein nach den zwei Wochen wohlverdienten Urlaubs
den wir uns gegönnt haben zu behaupten es würde nichts bei ecobytes
passieren.

Ich denke nicht, dass der Urlaub o.ä. für seine Aussage verantortlich war sondern der o.g. Ansatz, den ihr verfolgt. Ich sage auch nicht, dass der per se scheiße ist, aber MEINER ANSICHT NACH funktioniert der so nicht zuverlässig.

Ja, es stimmt, viel Arbeit wird bei ecobytes ehrenamtlich erledigt, und
damit ist die Qualität des Supports manchmal etwas wechselhaft. Die
von mir betreuten Mitglieder waren aber tatsächlich immer sehr
zufrieden. Eine nicht so leicht zu überbietende Stärke von ecobytes ist
die langjährige Verbundenheit mit dem Netzwerk und das hartnäckige
Bestreben digitale Infrastruktur als commons zu betreiben und dabei
konstant Aufklärung über den Einsatz von FLOSS zu betreiben. Als ich
zum Netzwerk gestossen bin bestand die WebCrew im Prinzip aus Gualter,
der die Wichtigkeit dieser technosozialen Aufbauarbeit genau erkannt
hat. Ein Bewusstsein für die Wichtigkeit dieser Zusammentreffen
vermisse ich bei dir, bislang bist du ja noch bei keinem dieser Treffen
aufgetaucht. Eine Wertschätzung dieser sozialen Verbindungen ist aber
genau das was community ausmacht, jetzt einfach, anstatt weiter
Ecobytes aufzubauen, auf irgendeinen anderen Hoster zu setzen wird
entweder gar nicht erst klappen, bzw der Marktlogik folgen und damit
dem Anspruch unseres Netzwerks entgegen laufen.

Ich sage auch nichts gegen den Ansatz, ich finde den gut. Nur an der Umsetzung hapert es meiner Ansicht nach. Und ich schätze sehr wohl die Arbeit von Jon und Gualter und dir wert aber das bedeutet nicht, dass ich total unkritisch der Koordination sagen “jo, Ecobytes funktioniert wunderbar, lasst uns unsere teilweise sensiblen Daten dorthin ziehen”. Dafür funktioniert eben MEINER ANSICHT NACH zuviel noch nicht so wie es MEINER ANSICHT nach sollte. Ich würde gerne gemeinsam sachlich diskutieren, was die beste Lösung für das Netzwerk ist und zwar inkl. kritischem Hinterfragen der eigenen Arbeit und Ansichten.

Ich hab ein anderes Angebot für dich: Du bist doch auch auf der Suche
nach einem neuen Hoster. Bei ecobytes überlegen wir schon länger auch
eine kommerzielle Sparte auf zu machen. Managed VPS bau ich dir ohne
weiteres. Backups & Sicherheit sind dabei top. Versprochen! Sag einfach
was du brauchst!

Es geht nicht darum, was ICH will, sondern was WIR für das Sinnvollste halten.

Auch für ein gewerbliches Angebot braucht es ein Konzept und Verantwortlichkeiten, was sicherlich nicht in 2min aus dem Boden gestampft ist. Aber wenn ihr das in den nächsten Wochen schafft wäre das ja eine weitere Option.

Auch ich (Jon hat dich bereits in der Matrix eingeladen) würde mich sehr
freuen wenn du am Samstag kurz Zeit finden könntest unserem Treffen in
Witzenhausen virtuell beizuwohnen.

Ich schaue, ob ich es einrichten kann und nichts für ungut.

Liebe Grüße,
Micha


Gemeinschaftsprozesse in der Web Crew und Erfahrungen mit Ecobytes
#2

@webcrew: Wenn ihr weitere Vorschläge zum Vorgehen habt, immer her damit!

@yova: werde die Tage noch auf deine Antwort eingehen, muss jetzt erst mal anderes erledigen.

Liebe Grüße,
Micha


#3

&

Nein. Wir von ecobytes haben das discourse aufgebaut um eine modernere Kommunikation zu ermöglichen dessen wesentlicher Aspekt eine Erhöhung der Transparenz ist. Ich nin schon länger dafür die gesamte Kommunikation zur Entscheidungsprozessen des Netzwerks für das Netzwerk öffentlich zu gestalten. Dieses meritokratische Prinzip das du für die Auswahl deiner Kommunikationspartner für die Vorbereitung dieser Entscheidung wählst passt nicht ganz zu dem eigentlich soziokratischen Leitbild des Netzwerks, dass eigentlich den Einbezug aller Betroffenen vorsieht. In deinem Gespräch mit @yala am Samstag hatte er dich ja anscheinend explizit um eine Erörterung des Themas in einem öffentlicheren Rahmen gebeten.

Ja, das ist doch eine gute Ausgangsbasis. Das alles total wunderbar bei Ecobytes läuft behauptet doch niemand. Aber ebenso läuft auch nicht alles komplett fatal. Die Kooperation mit Ecobytes ist im Netzwerk gewachsen auf Basis von ideellen Werten die von beiden Organisationen geteilt werden. Diese Kooperation jetzt einfach aufzukündigen würde großen Schaden an der ganzen Idee von partizipativ organisierter (digitaler) Infrastruktur anrichten. Die WebCrew könnten wir dann auch mit einstampfen.


#4

Deine Nachricht scheint abgeschnitten worden zu sein, s.o. bzgl.

Jo, von mir aus können wir transparentere Wege gehen, habe ich nichts dagegen, sofern wir uns nichts zu Tode diskutieren. Bring doch das Thema mal im Rat ein – mich hat nämlich bislang noch niemand darauf hingewiesen, dass sich die Entscheidungsprozesse geändert haben, und mein Vorgehen bzgl. dieser Entscheidung ist meines Erachtens Usus. Ich weiß nur, dass die Koordination über die Auswahl von Software entscheidet und dass sie halt einen konkreten Vorschlag haben wollen.

Gut, können wir ja dann in den Vorschlag gemeinsam einarbeiten – einfach unser beider Sichtweisen reinpacken, dann hat die Koordination zwei versch. Standpunkte. Ich werde mal was erarbeiten und dann hier posten. Dann können alle ihren Senf dazu abgeben.

Wie konkret ist das mit eurem gewerblichen Hosting? Könnt ihr da in den nächsten Wochen ein Konzept und Gewerbe auf die Beine stellen?

Liebe Grüße,
Micha


#5

Die Kritik um die Transparenz der Ratskommunikation ist schon länger in Diskussion: https://discourse.solawi.allmende.io/t/transparenz-der-arbeit-des-rates-mitarbeit-von-aussen

Vielleicht kommen wir am Wochenende dazu deine Anfrage nach gewerblichen Hosting zu besprechen.


#6

Leider ist dieses Wochenende kein ecobytes-Arbeitstreffen zustande gekommen, was mich stark zweifeln lässt ob ecobytes ein geeigneter Partner für das Solawi Netzwerk ist. Die benötigte Zuverlässigkeit können und möchten wir nicht tragen und würden Beiträge des Netzwerks benötigen um dessen Infrastruktur tatsächlich als commons betreiben zu können.
Entschuldige den Stress den ich mit meinem Festhalten an ecobytes bei dir verursacht habe @tantebootsy, mein Zweifel an der Zuverlässigkeit von ecobytes wärt auch schon länger. Ecobytes als Betreiber von commons ist aber immer nur so stabil wie die Betreibenden und steht oder fällt mit den Beiträgen der Involvierten.
Du hast schon recht, wenn du ecobytes eine “Entwicklungsumgebung” nennst, @tantebootsy, im Wissen um den aktuellen Stand der Technik und deren Kombinationsmöglichkeiten ist ecobytes immer noch super. Aber für laufenden, langfristig stabilen Betrieb fehlt commitment von allen Seiten. Ich habe in meiner Eigenschaft als Mit-Vorstand meinen Vorstandskollegen @gandhiano und @yala daher auch nahegelegt öffentliches Hosting als Service gar nicht mehr anzubieten, sondern sich auf Kernaufgaben zu konzentrieren, die DIY-Hosting und das vermitteln von Medienkompetenz wären.


#7

Leider kann ich am Donnerstag nicht an der Rats-TK teilnehmen, da gleichzeitig noch ein SoliBase meeting ist. Da ich es außerdem recht kurzfristig finde bis Donnerstag einen anderen Partner zu finden würde ich vorschlagen die Entscheidung über das Thema zu verschieben.

Als alternative Partner käme mir die Hostingorganisation die @carolin.gruber und @kristina.gruber gerade für openolitor am aufbauen sind als erstes in den Sinn. Das würde inhaltlich ja ganz gut passen.


#8

@yova, ok fein, dann sind wir ja einer Meinung und können uns auf die Suche nach einer Alternative konzentrieren. Ich kann mir Ecobytes auch weiterhin gut als punktuell angefragten Berater wie auch ggf. weiterhin als Hoster der Dev-Umgebung vorstellen. Aber das wird sich alles dann mit der Zeit zeigen.

Meines Wissens nach kann die Entscheidung für einen Hosting-Partner in einer Koordinations-TK fallen, da braucht es keine Rats-Entscheidung für (habe ich mal in einem Protokoll gelesen).

Und ja: die Vorbereitung der Entscheidung wird noch ein bisschen dauern, daher fände ich eine Entscheidung kommenden Donnerstag ebenfalls verfrüht.

Liebe Grüße,
Micha


#9

Ich bin auch der Meinung, dass ein stabile Hosting-Partner, mehr Disziplin braucht. Ich persönlich bin auch nicht mit die Entwicklung der Verein als zutrauliche Hosting-Anbieter zufrieden, obwohl ich viele Wert an die Methoden, Prozesse, Kommunikationsstrukturen und Netzwerkaufbau sehe.

Es sind viele Innovationen in der Bereich entstanden, die auch die Seele von die alternativen Bewegungen entsprechen. Es ist auch viele vorhan gekommen, aber immer wieder auftauchen kritische Fehler in der Bereicht Stabilität und Sicherheit. Vielleicht genau wegen diese innovative/neu-entdeckende Charakter, oder auch wegen die Arbeitsweise, die Routinen und regelmäßiger Arbeitsrhythmus verhindert, ist diese Inkompatibel mit eine vertraulicher Hosting-Funktion. Wir haben zu lange gebraucht um die notwendige Kontrolprozessen und Werkzeuge (Monitoring, Support, Infrastructure-as-Code, usw.) aufzubauen, da es zu viele parallele Prozesse und vielleicht auch zu viele theoretische Austausch permanent laufen.

Da ich aktuelle meine Schwerpunkt auf die Hosting-Ebene (Infrastruktur und assoziierte Open-Source Dienste/Produkte) habe, und mit der Ausfall noch ein wichtiger Partner Aufgrund Probleme wir alle sehen, werde ich diese nicht mehr in Ecobytes versuchen, sondern als Teil meine selbständigkeit und Gewerbe üben.

Weiterhin sehe ich die wichtige (und unersetzbar) Rolle von Ecobytes in die Begleitung von Prozesse, Forschung und Entwicklung von Open-Source Tools für Bewegung, oft in enge Zusammenarbeit mit Netzwerken, Organisationen und deren Web-Crews. Ich sehe nicht, dass etwas wie die Nextcloud-Hosting, Riot/Matrix Channels, Jitsi-Bridges, oder dieses Forum aus eine kommerzielle Hosting-Anbieter sich entwickeln hätte, aber es kann vielleicht durch ein gewerbliche Dienst (oder andere stabilie Form) in Produktion angeboten werden. Ich bin allerdings nicht sicher, wie fair dann die “Ressourcenverteilung” in diese Sinn ist, wenn eine die gesamte Investionen in Forschung und Entwicklung macht, während die andere gewerblich davon die meister Profit abzieht, durch die Umsetzung auf eine produktive Umgebung. Auch hier die Ansätze der solidarische Ökonomie werden gefragt.


#10

Guten Tag werte SoLaWi Web Crew.

Ich beobachte diese Diskussion seit ihrem aufkommen und erlaube mir im Folgenden einige Kommentare, da mein Name wiederholt direkt erwähnt wurde. Da keine direkten Fragen an mich gerichtet wurden, kann ich lediglich die vorhandenen Wortäußerungen aufgreifen und mich zu ihnen beziehen. Es zeigt sich mir, dass wir gut daran täten die unterschiedlichen Aspekte dieses Diskurses klar von einander zu trennen. Diese seien (1) die Anforderungen des SoLaWi Netzwerks an ein Hosting der eigenen Kommunikationsinfrastruktur, (2) die Verteilung der kollektiven Aufmerksamkeit bezüglich der betrieblichen Gegebenheiten und (3) die Vermengung organisationeller Angelegenheiten im Spannungsfeld von institutionalisierten, juristischen Einheiten und den adaptiven Praktiken der Netzwerkgesellschaft.

Persönlich ist es mir zudem ein Anliegen zu verstehen, wie bestimmte Themen in das Gespräch eingebracht werden und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind.

Wie lässt sich das Vorhandensein von Verlässlichkeit überprüfen, was können wir messen, um eine sachliche Entscheidungsgrundlage zu produzieren? (1)

Dies stellt keinen transparenten, demokratischen Prozess dar und ist nicht immer hilfreich. Es ist damit nicht gesagt, dass diese Kommunikationspraxis unseren Belangen dienlich ist. (2)

Für mich liest sich hier eine recht defizitäre, problematisierende Herangehensweise an die vorliegende Sachlage, welche wenig anerkennend die bestehenden Grundlagen in Proportion stellt. Auch sind die Feststellungen sehr polarisierend, sodass ich mich zu einer Gegendarstellung genötigt sehe. Ohne klare Begründung müssen diese Darstellungen als Behauptungen behandelt werden. (1)

Allgemein wundert es mich, wie Ecobytes’ Interna hier im SoLaWi Netzwerk (S.N.) auf dem Silbertablett diskutiert werden, nachdem wir in all unserer Offenheit einzelnen Individuen dessen weitreichende Teilhabe gestatteten. Mir war nicht bewusst, dass wir als Infrastrukturpartner uns hauptsächlich am Bedarf des S.N. zu orientieren haben. Es gibt in Ecobytes auch andere Mitglieder und Vorgänge, denen wir uns gegenüber verantwortlich zeichnen. (2)

  • Es ist nicht der Fall, dass regelmäßig und wiederholt mehrere Server abschmieren. Beim Ereignis im Frühjahr handelte es sich um einen Einzelfall. Der Plural ist hier nicht gerechtfertigt.
  • Die Mitgliederverwaltung liegt nicht brach und es bestehen Abläufe und Strukturen. Es ist die Abrechnung, welche eine Herausforderung darstellt.
  • Zugangsregelungen sind de facto geklärt, jedoch nicht de jure kodifiziert. Sonst wären unsere Server bereits weitestgehend übernommen und würden als Honeypots agieren.
  • Mir sind keine konkreten Datenschutzverletzungen bekannt, weshalb dies eine sehr starke Behauptung ist.

Hierfür bedarf es einer Verschriftlichung und gemeinsamen iterativen Entwicklung der tatsächlichen Anforderungen des Netzwerks. Das Vermeiden schriftlicher Protokollierung fördert an dieser Stelle mE nur die Intransparenz, Unklarheit und informelle Machthierarchien. (1)

Ich finde es spannend, wie das SoLaWi Netzwerk seit Jahren Ecobytes vor sich hertreibt: (3)

  • Zunächst wurden wir gebeten ein Service Level Agreement zu verfassen, welches jedoch nicht genügte und zu keinen gemeinsamen Absprachen führte, da es mangelhaft erschien oder schlicht nicht beachtet wurde.
  • Dann haben wir, auch auf wünschen des Netzwerks hin, eine Netzwerkmitgliedschaft eingeführt, welche scheinbar ebenfalls unzulänglich ist.
  • Nun werden wir in die Kommerzialisierung unserer gemeinnützigen Arbeit getrieben, da das Netzwerk scheinbar kein Vertrauen in zivilgesellschaftliche Selbstorganisation hat.

Kann es sein, dass das Netzwerk sein IT-Unwissen nach Ecobytes ausgelagert hat und lediglich den Nutzen, nicht jedoch die Risiken mittragen möchte? Mir wäre nicht bewusst, dass wir dem Netzwerk in der Vergangenheit durch unsere Zusammenarbeit Schaden zugefügt hätten, eher im Gegenteil durch die freimütige Bereitstellung von Infrastrukturen ermöglichend wirkten.

Hier beginnt die Diskussion eine merkwürdige ad hominem Ebene zu betreten und ecobytesinterne Fragen an falscher Stelle öffentlich zu diskutieren. Jeder eurer Beiträge ist nun über suchmaschinen Auffindbar, und in Anbetracht der obigen Gegendarstellung ließe sich von einem kritischeren Geiste als dem meinen von Verleumdung sprechen.

Das Treffen in Ecobytes bezog zwar die ggw. Vorstände mit ein, war aber zu keinem Moment als Vorstandstreffen eingeladen oder angekündigt worden. Auch bin ich mitnichten einfach nicht erschienen, sondern habe im Vorfeld meiner verzögerten Abreise klar zunächst über Riot, und später auch in persönlichen Telefonaten angekündigt, dass es sich nicht einrichten lässt. Während dieser wurde mir nicht der Eindruck vermittelt, welche kritischen Stimmen noch vorhanden wären. Diese wurden nun erst anschließend herausgelassen, was mich irritiert, da nicht das persönliche Gespräch, sondern die öffentliche Diffamierung gewählt wurde.

Es tut mir Leid, dass ich während meines Umzuges und dem Einleben in neuen Gefilden nicht die antizipatorische Gabe hatte, die Anforderungen die auf mir lasten klar vorherzusehen. Es gibt andere Prozesse mit internationalen Netzwerken, die auch vorangebracht werden (Intermapping) und in denen ich unklar hinterlassene Gegebenheiten durch persönliche Intervention (Degrowth) abgefangen habe. Diese Aufwände finden regelmäßig außerhalb eurer Wahrnehmung statt, sind jedoch auch Bestandteil von Ecobytes. Auch verstehe ich nicht, warum dies hier an dieser Stelle öffentlich und auf diese Weise diskutiert wird. Das beschämt und bedrängt mich sehr.

Ecobytes’ Infrastruktur läuft seit Jahren, auch durch außerordentliches, ehrenamtliches Engagement der wenigen Aktiven. Dieser Satz ist in meinen Augen ein Schlag ins Gesicht, da er die weitreichenden Aufopferungen ausblendet, welche in der Vergangenheit nötig waren, um den Karren bis hierhin aus dem Dreck zu ziehen. Jetzt wo weitestgehende interne Transparenz besteht und die Verfehlungen wenigstens sichtbar sind, ist es natürlich ein Leichtes die Ansprüche stes weiter hochzuschrauben und einzelne an den Pranger zu stellen, wenn diese nicht erfüllt werden. (2)

Es überrascht mich daher sehr, hier der Selbstzerfleischung meiner Vorstandskollegen @yova und @gandhiano beiwohnen zu müssen, wissend, dass ich letztes Jahr freiwillig einen vollends infunktionalen Vorstand ersetzt und für die Mitglieder, darunter das Netzwerk, ausgeglichen habe. Ist unser kollektives Gedächtnis tatsächlich so kurz und unser gemiensamer Blick nur auf die Zukunft ausgerichtet?

Dies liegt mE nach mithin auch daran, dass diese Themen regelmäßig durch unaufmerksames Redeverhalten übergangen wurden, wenn ich sie in gemeinschaftliche Treffen eingebracht habe. Wenn es euch interessiert, kann ich mehrere Protokolle heraussuchen, in denen diese Punkte auf Grund anderer persönlicher Prioritäten übergangen wurden. Auch erschließt sich mir nicht, warum hier der Eindruck erweckt wird, dass es sich um eklatante Nachlässigkeiten handelt. Wann hatten wir einen security breach, wann wurden wackelige Dienste nicht stabilisiert? (2)

Ich finde es überraschend diese Ankündigung hier vorzufinden, bevor wir dies bei uns besprechen. Es macht mich traurig, wie es mich auch schon vor zwei Jahren traurig machte, dass zentrale Mitglieder unseres Vereines die Infrastruktur und Erfahrungen nutzen, um ihr persönliches Profil zu schärfen, statt die Erfahrungen weiter zu kollektivieren. (3)

Es wird offensichtlich, dass Institutionen, Mitglieder und Partner ihr Unwissen über IT zusammen mit den damit verbundenen Risiken auf Grund unserer generellen Offenheit und Zutraulichkeit geflissentlich auslagern konnten. Da wir in den letzten Jahren sehr viel Ehrenamt einbringen mussten, um ein Mindestmaß an Bedürfnisbefriedigung zu erfüllen, lässt sich die Situation nur als Selbstpräkarisierung und -aufopferung zusammenfassen. Da das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft die nötigen Erfahrungen im geschützten Rahmen Ecobytes’ machen konnte, ist es nun analog unserer gescheiterten Zusammenarbeit mit dem Transition Netzwerk traurig zu beobachten, wie die gemachten Erfahrungen nun extrahiert und in kommerziellen Rahmen stabilisiert werden wollen.

Es scheint Ecobytes ist immer gut, wenn Menschen etwas benötigen, dass sie selbst nicht ganz beibringen können, aber schlecht, wenn auch Ecobytes ein wenig Zuspruch und Fürsorge bedarf. Dies ist nicht die Form von politischer Netzwerkarbeit, für die ich mich im letzten Jahrzehnt eingesetzt habe. (3)

Schade, dass wir die unausgesprochenen Erwartungen nicht erfüllen konnten und den Eindruck erweckten, dass wir uns in alarmierenden Zuständen befinden. Diese Phase hatten wir mE lange hinter uns gelassen und konnten uns nun auf den Ausbau der Feinheiten konzentrieren. Schade auch, dass wir das Selbstvertrauen und die Verschlossenheit missen lassen, welche zur Aufrechterhaltung eines sauberen Außenbildes notwendig sind. Es beschämt mich ferner, dass wir stets Offenheit und Transparenz vorgelebt haben, um uns damit nur verletzlicher und angreifbarer gegenüber Kritik zu machen.

Hochachtungsvoll,

Jon

Nachtrag: Die #netzwerk-solidarische-landwirtschaft:webcrew Kategorie ist nun privat.


#11

Ich konzentrier mich mal auf wenige mir wesentliche Aspekte. Bei schriftlicher Kommunikation fallen ja eh immer 90% hinten über… Schade das wir uns nicht persönlich treffen konnten.

Hab die Kategorie wieder auf “nur für Webcrewangehörige” gestellt. Wir hatten sie ja letztens mit dem Gedanken öffentlich gemacht, dass hier v.a. technische Geschichten diskutiert werden, dass jetzt diese zwischenmenschlichen Themen soviel Raum einnehmen (müssen) ist natürlich sehr schade. Das zwischenmenschliche ist aber die Basis jeder Interaktion und wenns dort hakt, läuft gar nix. Mir scheint es auch als kämen wir hier zu dem wichtigen Knackpunkt, das woran ecobytes krankt, das was du auch schon lange suchst.

Für mich ist es eine absolute Unabdingbarkeit für die Zusammenarbeit dass Absprachen eingehalten werden und nicht ganz kurzfristig abgesagt werden. Wir müssen uns aufeinander verlassen können. Nur dann können sich andere auf uns verlassen. Deine (nicht-)Aktion vom Samstag erscheint mir wie ein Ausdruck eines Musters innerhalb der Arbeitsweise ecobytes. Wäre es das erstemal gewesen das so etwas passiert ist hätte ich nicht so reagiert. Es war nur der Tropfen in dem vollen Faß…
Eine andere Facette dieses Musters scheint mir die des öfteren geäußerte Kritik zu sein, dass der Support nicht erreichbar sei, schlechten Kontakt hält.
Die dritte Farbe dieses Musters mag auch die Tendenz sein in der Textproduktion nicht an einer gemeinsamen Sprachfindung (und damit Lösung) interessiert zu sein, sondern in erster Linie am eigenen (künstlerischen) Ausdruck.
Man mag dieses Muster vielleicht als mangelnden Respekt gegenüber dem Kollektiv / der Mitgliedschaft bezeichnen, vielleicht auch mit technischer Arroganz oder so…
Es führt jedenfalls immer wieder zu menschlichen Verletzungen die ich nicht bereit bin länger hinzunehmen und auch nicht sie anderen gegenüber zu verantworten.
Auf unserem letzten Treffen im Juni hatte ich immer wieder darauf hingewiesen doch an den sozialen Rollenverständnissen innerhalb ecobytes zu arbeiten (um dadurch besser Verantwortlichkeiten/Vertrauen ins Kollektiv / Mitgliedschaft kommunizieren zu können), stattdessen wurde über ansible roles diskutiert. Das war vermutlich der Punkt wo das Ruder noch umgelenkt hätte werden können.

Ja, das ist tatsächlich nicht schön wenn solch ein Druck entsteht. Jede Art von Aufgabe sollte schon zum Teil durch eigene Motivation initiiert sein. Es ist sonst tatsächlich nicht im Kernaufgabenbereich der Organisation gelegen diese Aufgaben zu erfüllen. Das zu erkennen ist aber tatsächlich auch nicht weiter schlimm. Sieh doch in diesem Kontext nocheinmal die Hinweise auf die Entwicklungen der Resilience Alliance (Panarchy/Life cycle within complex systems) die wir letztens in der Matrix andiskutiert hatten. Das wichtige ist das die Idee am Leben bleibt, welche Arbeiten davon dann tatsächlich in die eigenen Lebensentwürfe passen und welche nicht. Welche Organisation die eigentliche Arbeit übernimmt ist dabei prinzipiell schnuppe.


#12

Ich finde es spannend, wie das SoLaWi Netzwerk seit Jahren Ecobytes vor sich hertreibt: (3)
durch die freimütige Bereitstellung von Infrastrukturen

Immer, wenn das Netzwerk jemanden gesucht hat, hat ecobytes sich angeboten, weshalb all diese Anforderungen kamen. Natürlich lag es auf der Hand, dass ecobytes sich bewirbt, wenn ecobytes aktive so präsent in der Webcrew waren und freimütig Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben.

Das Netzwerk hatte halt keine Lust auf Community Supported IT, wenn nicht, wie bei kommerziellen Anbietern gewisse Garantien sind. Etwas im Widerspruch zu Sich die Ernte teilen.

ecobytes macht durch die Größe und das hohe Maß an Selbstausbeutung aber auch keinen so stabilen Eindruck.


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#14

Es muss allerdings gesagt werden, dass wir über den Jahren versucht haben, ein klares Angebot in Gespräch mit die Netzwerk (und andere auch) zu stellen - und diese ist sogar ganz klar in ein Service Level Agreement formuliert worden, aber dann irgendwie und für mich aus unbekannter Grund nicht abgeschlossen oder weiter gearbeitet.

Leider neigen die meisten in die Bewegungen dazu, die IT Bereich und Kommunikation nicht als Teil der solidarische Ökonomie zu betrachten, sondern ist eher ein professionelle Dienstleistung in alle Ebene erwartet. Diese Art von Dienstleistung steht aber dann in Widerspruch zur die Grundwerte der Bewegung, und wäre außerdem nicht bezahlbar, wenn die “gesamte Pakete” (z.B. mit die Beteiligung an der Bewegung, um die Dynamiken und Anforderungen richtig zu verstehen und nicht einfach irgendwelche Produkt zu verkaufen) in betrachtung kommt.

Das gesagt, ich sehe ernsthaft keine unzuverlässig Infrastruktur bei der Seite von Ecobytes, zu mindestens was Email, Discourse, Nextcloud betrachtet. Ich habe keine Statistiken, aber würde fast die Hand in Feuer stellen, dass die Verfügbarkeit von diesen Dienste in die letzten 12 Monate über 98% liegen. Und das für ein absolute geringe Kosten, mit alle die Gigabytes, Community und Project Support, usw.